Was ist ein Bounce?
Ein Bounce ist die automatische Rückmeldung, mit der ein Mailserver eine E-Mail als nicht zustellbar an den Absender zurückschickt. Ein Hard Bounce scheitert dauerhaft, etwa an einer Adresse, die es nicht gibt, ein Soft Bounce nur vorübergehend.
Von David Lionel Wassilowsky, aktualisiert am
Eine E-Mail wandert von deinem Mailserver zum Mailserver des Empfängers. Kann sie dort nicht abgeliefert werden, kommt sie als Bounce zurück, auf Deutsch meist Unzustellbarkeitsnachricht genannt. Die Nachricht nennt den Grund, oft mit einem Statuscode wie 5.1.1.
Wie entsteht ein Bounce?
Beim Versand fragt dein Server über SMTP beim empfangenden Server an. Der antwortet mit einem dreistelligen Code. Nach RFC 5321 bedeutet eine 2 an erster Stelle Erfolg, eine 4 einen vorübergehenden und eine 5 einen dauerhaften Fehler. Lehnt der empfangende Server direkt ab, erzeugt dein eigener Server die Rückmeldung. Hat er die Mail erst angenommen und kann sie später nicht zustellen, schickt er selbst eine Unzustellbarkeitsnachricht an die Absenderadresse.
RFC 3463 ergänzt die Codes um erweiterte Statuscodes. 5.1.1 heißt zum Beispiel, dass es das Postfach unter dieser Adresse nicht gibt. RFC 3464 legt ein maschinenlesbares Format für solche Rückmeldungen fest, damit Versandprogramme sie automatisch auswerten können.
Hard Bounce und Soft Bounce
Ein Hard Bounce ist endgültig. Typische Gründe sind ein Postfach, das nicht existiert, ein Tippfehler in der Domain oder eine Domain ohne Mailserver. Ein zweiter Versuch an dieselbe Adresse bringt nichts, du solltest sie aus deiner Liste nehmen.
Ein Soft Bounce ist vorübergehend: Das Postfach ist voll, der Server ist gerade nicht erreichbar oder bremst neue Absender. Dein Server versucht es dann selbst noch einmal. RFC 5321 empfiehlt, mit dem Aufgeben mindestens vier bis fünf Tage zu warten.
Warum Bounces schaden
Mail-Anbieter achten darauf, wie sauber ein Absender seine Listen hält. Viele Hard Bounces sind ein Zeichen für gekaufte oder veraltete Adressen und können dazu führen, dass auch deine übrigen Mails seltener im Posteingang landen. Bei einer Kaltakquise-Kampagne mit neuen Adressen ist das Risiko besonders hoch.
Bounces vor dem Versand vermeiden
Am einfachsten ist es, Adressen vor dem ersten Versand zu prüfen. Eine E-Mail-Verifizierung schaut, ob die Domain einen MX-Eintrag hat und ob der Mailserver das Postfach kennt. Einzelne Adressen prüfst du kostenlos mit E-Mail prüfen. Beim Urteil ungültig käme eine Mail an die Adresse als unzustellbar zurück. Bei einer Catch-all-Adresse lautet das Urteil nicht sicher prüfbar, weil der Server jede Adresse annimmt, auch eine, zu der es kein Postfach gibt.
Für ganze Listen läuft dieselbe Prüfung als verify_email über die API, den MCP-Server oder Pipelines. Wie du eine Leadliste aufbaust und jede E-Mail darin prüfst, steht im Ratgeber Leadliste erstellen.
Quellen
- RFC 5321, Simple Mail Transfer Protocol, Abschnitte 4.2 und 4.5.4.1, auf rfc-editor.org, Stand der Recherche: 7. November 2026
- RFC 3463, Enhanced Mail System Status Codes, auf rfc-editor.org, Stand der Recherche: 7. November 2026
- RFC 3464, An Extensible Message Format for Delivery Status Notifications, auf rfc-editor.org, Stand der Recherche: 7. November 2026