Was ist eine Rechtsform?
Eine Rechtsform ist der rechtliche Rahmen eines Unternehmens, der festlegt, wer für Schulden haftet, wie viel Kapital nötig ist und in welches Register es eingetragen wird. Sie steht als Zusatz im Namen der Firma, etwa GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG, OHG oder KG.
Von David Lionel Wassilowsky, aktualisiert am
In Deutschland kannst du ein Unternehmen nur in einer der Formen führen, die das Gesetz vorsieht. Die Wahl entscheidet über Haftung, Gründungskosten, Pflichten bei der Buchführung und darüber, wer das Unternehmen nach außen vertritt.
Welche Rechtsformen gibt es?
Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:
- Einzelunternehmen: Eine Person führt das Unternehmen allein und haftet mit ihrem ganzen Vermögen. Ist sie Kaufmann und eingetragen, führt sie den Zusatz „eingetragener Kaufmann“ oder „e. K.“.
- Personengesellschaften: Mehrere Personen schließen sich zusammen, etwa als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), offene Handelsgesellschaft (OHG) oder Kommanditgesellschaft (KG). Mindestens ein Gesellschafter haftet persönlich.
- Kapitalgesellschaften: Die Gesellschaft ist eine eigene juristische Person und haftet mit ihrem Vermögen, etwa die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) und die Aktiengesellschaft (AG).
Daneben gibt es Formen wie die eingetragene Genossenschaft, den Verein, die Partnerschaftsgesellschaft für Freiberufler und Mischformen wie die GmbH & Co. KG, bei der eine GmbH die persönlich haftende Gesellschafterin einer KG ist.
Was legt die Rechtsform fest?
Für eine GmbH verlangt das Gesetz ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro (§ 5 GmbHG). Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH, die mit weniger Kapital starten darf, dafür aber jedes Jahr ein Viertel ihres Jahresüberschusses in eine Rücklage stellen muss, solange ihr Stammkapital unter 25.000 Euro liegt (§ 5a GmbHG). Eine Aktiengesellschaft braucht ein Grundkapital von mindestens 50.000 Euro (§ 7 AktG).
Der Rechtsformzusatz ist Pflicht. Eine GmbH muss ihn nach § 4 GmbHG im Namen tragen, Einzelkaufleute, OHG und KG nach § 19 HGB. Seit dem 1. Januar 2024 kann sich auch eine GbR in das Gesellschaftsregister eintragen lassen und heißt dann eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts (eGbR).
Die Rechtsform bestimmt auch den Ort im Register. Einzelkaufleute und Personenhandelsgesellschaften stehen in Abteilung A (HRA), Kapitalgesellschaften in Abteilung B (HRB) des Handelsregisters. Wer eine Gesellschaft vertritt, hängt ebenfalls an der Form: bei der GmbH der Geschäftsführer, bei der AG der Vorstand.
Rechtsform per API abfragen und filtern
Die Handelsregister API gibt die Rechtsform jeder Firma im Feld legal_form normalisiert zurück, zum Beispiel gmbh, ag oder ug. In der Firmensuche grenzt du über legal_form zusammen mit Registerart, Registergericht, Ort und Postleitzahl ein, etwa auf alle GmbHs einer Stadt. Über die Firmendaten API kommen Gesellschafter und Jahresabschlüsse dazu. Die Handelsregister-Endpunkte laufen als Pilot und werden je Organisation freigeschaltet.
Quellen
- § 4 GmbHG, Firma, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
- § 5 GmbHG, Stammkapital; Geschäftsanteil, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
- § 5a GmbHG, Unternehmergesellschaft, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
- § 7 AktG, Mindestnennbetrag des Grundkapitals, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
- § 19 HGB, Bezeichnung der Firma bei Einzelkaufleuten, einer OHG oder KG, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
- § 707a BGB, Inhalt der Eintragung in das Gesellschaftsregister, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026