Was ist ein Registergericht?

Ein Registergericht ist das Amtsgericht, das für einen bestimmten Bezirk das Handelsregister und weitere öffentliche Register wie das Genossenschaftsregister führt. Es prüft jede Anmeldung, trägt sie ein und bildet mit der Registernummer die eindeutige Kennung einer Firma.

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Das Handelsregister wird nach § 8 HGB von den Gerichten geführt. Registersachen gehören zur freiwilligen Gerichtsbarkeit, für die nach § 23a GVG die Amtsgerichte zuständig sind. Ein Amtsgericht, das ein Register führt, heißt Registergericht.

Welches Amtsgericht ist zuständig?

Nicht jedes Amtsgericht führt ein Register. Nach § 376 FamFG ist für Handelsregistersachen das Amtsgericht zuständig, in dessen Bezirk ein Landgericht seinen Sitz hat, und zwar für den ganzen Bezirk dieses Landgerichts. Die Länder dürfen davon abweichen und die Aufgabe anderen oder weiteren Amtsgerichten übertragen, auch über Landesgrenzen hinweg. Welches Gericht für eine Firma zuständig ist, hängt deshalb vom Sitz der Firma ab, nicht vom Wohnort ihrer Gesellschafter.

Neben dem Handelsregister führen Amtsgerichte als Registergerichte auch das Genossenschaftsregister, das Partnerschaftsregister, das Vereinsregister und seit 2024 das Gesellschaftsregister für die eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Was macht das Registergericht?

Eine Anmeldung zum Handelsregister geht elektronisch und in öffentlich beglaubigter Form beim Registergericht ein, in der Regel über einen Notar (§ 12 HGB). Das Gericht prüft, ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Bei der Gründung einer GmbH muss es die Eintragung ablehnen, wenn die Gesellschaft nicht ordnungsgemäß errichtet und angemeldet ist (§ 9c GmbHG). Ist alles in Ordnung, trägt es die Tatsache ein, und mit der ersten Abrufbarkeit im Registerportal gilt sie als bekannt gemacht.

Das Registergericht wird auch von sich aus tätig. Es kann etwa ein Zwangsgeld festsetzen, wenn eine Pflichtanmeldung ausbleibt, und eine Firma löschen, die nicht mehr besteht.

Warum gehört das Gericht zur Registernummer?

Jedes Registergericht nummeriert seine Eintragungen selbst. Die Nummer HRB 12345 bezeichnet beim einen Amtsgericht eine andere Firma als beim nächsten. Erst Registerart, Nummer und Gericht zusammen machen eine Firma eindeutig, darum stehen sie zusammen auf Geschäftsbriefen und im Impressum. Zieht eine Firma in einen anderen Bezirk, wechselt mit dem Gericht auch die Nummer.

Die Handelsregister API bildet das in ihrer company_id ab: Sie fasst Registerart, Gerichtscode und Registernummer zusammen, etwa DE-HRB-F1103-267645. Im Feld register stehen Registerart, Amtsgericht, Gerichtscode und Registernummer einzeln. So kannst du eine Firma sauber zuordnen, auch wenn zwei Unternehmen dieselbe Nummer bei verschiedenen Gerichten tragen. Wie du eine frisch eingetragene Firma findest, steht unter Neugründung. Die Handelsregister-Endpunkte laufen als Pilot und werden je Organisation freigeschaltet.

Quellen

  1. § 8 HGB, Handelsregister, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
  2. § 12 HGB, Anmeldungen zur Eintragung und Einreichungen, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
  3. § 23a GVG, Zuständigkeit der Amtsgerichte in Familiensachen und Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
  4. § 376 FamFG, Besondere Zuständigkeitsregelungen, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
  5. § 9c GmbHG, Ablehnung der Eintragung, auf gesetze-im-internet.de, Stand der Recherche: 7. November 2026
  6. Gemeinsames Registerportal der Länder, Stand der Recherche: 7. November 2026

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